UNSER WASSER BLEIBT HIER.

Das Projekt "Unser Wasser bleibt hier"

Sensationell. "Vielleicht werden wir in Grävenwiesbach Wassergeschichte schreiben. Es geht deutschlandweit um ca. 10.000 Millionen Kubikmeter Klärwasser.*

Der Lauf des Wassers

Im CDU Umweltausschuss in Grävenwiesbach wurde, wie auch sonst vielerorts das Thema Wald rauf und runter diskutiert. Waldbegehungen, Treffen mit der Försterin und Internetrecherche brachten keinen zufriedenstellenden Lösungen. Aber die CDU Grävenwiesbach hatte sich fest vorgenommen nicht die Zustände zu bejammern, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben oder gar Forderungen oder Versprechungen ins Wahlprogramm zu setzen, wie sie uns zur Zeit massenhaft begegnen. " Wir wollten etwas tun. Und wir taten etwas."

In Grävenwiesbach gewinnen wir den größten Teil unseres Trinkwassers aus unseren eigenen Brunnen und Schürfungen und müssen zum Glück nur einen geringen Teil zukaufen.
Nach der Nutzung des Wassers und Klärung in unseren Kläranlagen lassen wir, wie alle anderen auch, 100% des Wassers aus unserer Gemeinde heraus durch die Bäche und Flüsse ins Meer fließen. Schließlich hat es immer
funktioniert, dass das Wasser an anderer Stelle verdunstet und als Regen wieder zu uns zurückkommt.
Die durch den Klimawandel bedingten Wetterverhältnisse führen auch bei uns dazu, dass unsere bisherige Wasserversorgung nicht mehr ausreichend funktioniert. 

Diese Grafik veranschaulicht den Kreislauf des Wassers, sie wurde uns freundlicherweise von edyounet.de zur Verfügung gestellt.

Das oben stehende Video vom WDR zeigt, wie das Wasser aus dem Wasserhahn nach Gebrauch in den Abfluss, in die Kläranlage, in den Fluss und in das Meer geführt wird. Im Meer entsteht ein neuer Wasserkreislauf. Wichtig zu wissen, um das Projekt der CDU Grävenwiesbach zu verstehen.

Eine Idee wird geboren.

So war das bis jetzt!  Unsere Kläranlage reinigt das Wasser, wir zahlen die hohen Energiekosten und das saubere Wasser fließt weg. Aber zwei pfiffige Laubacher, Christoph Stephan und Michael Müller, haben im Rahmen des Umweltausschusses eine bahnbrechende Idee gehabt. Sie stellten die Frage, wofür man geklärtes Wasser eigentlich verwenden kann, anstatt es einfach wieder ins Meer zu leiten. Schließlich wird die Klärung des Wassers ja von der Kommune bezahlt und das Wasser anschließend "weggeleitet" ohne eigenen Nutzen. 

Der Wald verdurstet in ganz Deutschland, auch bei uns in Grävenwiesbach

Christoph Stephan und Michael Müller, CDU Mitglieder und Mitglieder im Umweltausschuss nahmen eigeninitiativ Wasserproben aus dem Klärwerk Mönstadt und schickten diese auf eigene Kosten in zwei Labore, um die Qualität des Wassers, nach der Klärung, durch die Kläranlage festzustellen.

Die Ergebnisse sind sauberer, als wir alle vermutet haben. Und so nahm das Projekt "Unser Wasser bleibt hier" Fahrt auf.

Hier entnahmen unsere Mitglieder die Proben. Kläranlage Mönstadt

Aus Klärwasser nutzbares Wasser für die eigene Gemeinde machen.

Die Idee wuchs in den Köpfen der beiden, dass man einen Teil des geklärten Wassers für unsere Wälder und unsere Gemeinde nutzen könne. Sie recherchierten und setzten sich schließlich mit einem renommierten Professor im Bereich Wasser, mit Prof. Rauschenbach vom Fraunhofer-Institut, in Verbindung.

Professor Rauschenbach hat zusammen mit einem deutschen Ingenieurbüro bereits andere Trinkwasserprojekte in anderen Ländern betreut. Er möchte mit Grävenwiesbach ein Pilotprojekt starten, Dabei soll erst einmal ein Teilprojekt in Angriff genommen werden. Die  Finanzierung des Teilprojektes wird voraussichtlich über EU Gelder laufen. Es besteht hier ein Topf für innovative und bisher unbekannte Maßnahmen zum Erhalt der Umwelt.

Das Teilprojekt sieht vor, folgende Untersuchung durchzuführen:

Fragestellung:  wie kann, durch eine Kläranlage geklärtes Wasser, ggf. mit einer zusätzlichen Behandlung und kontrollierter Versickerung, zur Bewässerung eines Waldstücks beitragen und gleichzeitig den Grundwasserspiegel der Gemeinde stabilisieren - ohne die Grundwasserqualität zu beeinträchtigen.

Es gab bisher mehrere Telefonkonferenzen mit Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas Rauschenbach, 

Dr. Sommer vom Ingenieurbüro Sieker und uns. Demnächst wird es einen Ortstermin geben, um das Projekt vor Ort zu besichtigen. 


Vorhabenbeschreibung

"Kreislaufsystem zur nachhaltigen Trinkwassergewinnung"

Ein Projekt des Arbeitskreises Umwelt der CDU Grävenwiesbach

Problemstellung: in der Gemeinde Grävenwiesbach liegt eine fast autarke Trinkwassergewinnung durch verschiedene Schürfungen und Tiefbrunnen vor. In den vergangenen durch den Klimawandel hervorgerufenen Extremsommern sind die Grundwasserspiegel bzw. die Erträge in den Schürfungen radikal gesunken. Vorübergehend musste mehr Wasser von Außerhalb gekauft werden. 

Die Niederschläge im Herbst und Winter lassen keine ausreichende oder gar nachhaltige Erholung der natürlichen Grundwasserspeicher erwarten.

Projektidee: zur Erhöhung des Grundwasserspiegels soll geklärtes Wasser der Kläranlage Mönstadt vor dem Einlauf in den Wiesbach in eine Steigleitung und an geeigneter Stelle idealerweise im Forst mit hydrogeologischer Anbindung an eine Schürfung oder gar einen der Tiefbrunnen über Rigole oder Sickerflächen versickert werden.

Die vorhandene Geländestruktur kann vorteilhaft sein, da die Platzierung einer Rigole zur Versickerung an einem höheren Geländeteil einerseits die Durchfeuchtung des Waldbodens andererseits die der Geodäsie folgende Versickerung eine Fließrichtung vorgehen könnte.

Hierzu sind lediglich entsprechende gegebenenfalls flexible Rohrleitungen in ausreichender Länge und entsprechende Pumpsysteme notwendig. Die Leistung der Pumpen ist in Abhängigkeit der zu überwinden Höhe, der gewünschten Wassermenge sowie der Leitungslänge zu errechnen. Die Einzelkomponenten sollten nach dem Stand der Technik verfügbar sein, ein außerordentlicher Invest wäre hier nicht zu erwarten.

Vorteile:

  • Das bereits auf bisherigen Stand der Technik geklärte Wasser wird bisher dem Wiesbach, später der Lahn und letztendlich dem Rhein und der Nordsee zugeführt. Dies ist bei Berücksichtigung des wirtschaftlichen Aufwandes für Gewinnung des Trinkwassers und der anschließenden Klärung und Aufbereitung unlogisch.
  • Weder die vorhandene Bevölkerung, noch perspektivisch weiteres Bevölkerungswachstum kann mit den vorhandenen Wassergewinnungsanlagen versorgt werden. Verstärkte Nutzung weiterer Schürfungen oder Tiefbrunnen wird die vorhandene Grundwasserknappheit aber nicht verringern, sondern im Gegenteil verschärfen. Dies würde zu weiteren Problemen für die Umwelt, insbesondere den Forst führen.
  • Die Versickerung des ohnehin schon aufbereiteten, geklärten Wassers wird einerseits zu einer Durchfeuchtung der Humusschichten des Forstes führen. Andererseits wird nach ausreichender Durchfeuchtung eine Durchdringung der tieferen Schichten in Abhängigkeit von der jeweiligen Sickerfähigkeit des Bodens erfolgen. Final wird letztendlich der Zufluss zum Grundwasser erfolgen.
  • Somit kann einerseits die klimatisch bedingte Schädigung des Forstes sowie eine Verringerung der Grundwasserknappheit erreicht werden.
  • Technisch denkbar ist die Regulierung der in die Steigleitung gepumpten Wassermenge in Abhängigkeit des Zuflusses in die Kläranlage möglich. Dies könnte einen entsprechenden Mindestzufluss in den Wiesbach garantieren.
  • Ebenso denkbar ist die Regulierung der Versickerten Wassermenge zum Beispiel über Bodenfeuchtesensoren denkbar.
  • Die Zahl möglicher "Versickerungsstränge" ist skalierbar.
  • Ebenso ist eine individuelle Steuerung der einzelnen Stränge zum Beispiel über 2/3 Wege Ventile bzw. Kugelhähne denkbar.

Planung:

  • im ersten Schritt soll eine Machbarkeitsanalyse unter Berücksichtigung der Geologie, Abstimmungen mit einzubindenden Behörden und des Forstes erfolgen. Die Kosten hierfür werden auf max. 50.000€ geschätzt
  • Anschliessend wird eine Pilotanlage installiert, um den technischen Erfolg zu dokumentieren.

Anfallendes Klärwasser pro Jahr in Deutschland.

Die Urheber

Wir sind froh, mit Christoph und Michael Mitglieder zu haben, die kreative Ideen entwickeln und auch die nächsten Schritte zur Umsetzung anstoßen. Schenken Sie uns am 14. März ihr Vertrauen und gehen Sie mit uns diesen interessanten Weg.

Christoph Stephan und Michael Müller , CDU Grävenwiesbach Ortsteil Laubach, Initiatoren des Wasserprojektes

Das Projektteam

CDU Vorstand Grävenwiesbach, insbesondere: Michael Müller, Christoph Stephan und Roland Seel

Fraunhofer-IOSB, Direktor Institutsteil Angewandte Systemtechnik (AST) Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas Rauschenbach

Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH, Dr.-Ing. Harald Sommer

Weitere Links zum Thema:

Alles rund um das Thema Wasser:

www.umweltbundesamt.de/themen/wasser

Verbrauchen wir wirklich so wenig Wasser, was ist der Wasserfussabdruck. Top Video auch für Kinder:

Wasserfussabdruck